Umwelt-Tipp September 2021

1. September 2021

Es ist alles ganz einfach

Sie wollen Ihren Plastikverbrauch verringern und Ihre Ökobilanz verbessern? Sie denken an Glas, Papier, Stoff und ähnliches? Dann ist es schon nicht mehr ganz einfach.

Biologisch abbaubares Plastik zerfällt im Verlauf einiger Monate oder mehrerer Jahre. Das Problem liegt darin, dass derartiges Plastik nicht nur aus biologischen Stoffen hergestellt wird, sondern einige Sorten, die nicht in den Biomüll dürfen, aus Erdöl. Diese sind nicht recycelbar und werden letztlich verbrannt.

Die biobasierten Plastikverpackungen sollen nicht in den Biomüll, weil sie in den heutigen Verwertungsanlagen nur stören. Schlecht ist auch, dass die zur Herstellung benötigten Biostoffe der Nahrungskette entzogen werden.

Glas kann dagegen fast vollständig recycelt werden. Allerdings benötigen Herstellung und Recycling von Glas im Vergleich zu Plastik und Karton sehr viel Energie. Einwegverpackungen aus Glas sind daher eine auch verbreitete, aber eher schlechte Variante.

Wir alle kennen das Problem mit Plastiktüten. Deren Verbreitung wurde aus gutem Grund gesetzlich eingeschränkt. Betrachtet man allerdings die Ökobilanz einer Einweg-Plastiktüte, so fällt diese besser aus als die einer Einweg-Papiertüte, deren Mehrfachverwendung in der Regel noch schwieriger ist.

Taschen aus Baumwolle stehen in der Ökobilanz zunächst ebenfalls nicht sehr gut da, weil man zur Herstellung viel Wasser und Energie verbraucht (bei Kleidung ebenso). Die Ökobilanz fällt aber umso positiver aus, je öfter man sie benutzt und je weniger man sie waschen muss.

Wie so oft beim Umweltschutz geht es darum, das eigene Verhalten zu hinterfragen: Was will ich mit dem Produkt und wie lange will ich es nutzen? Damit kommt man der Antwort auf die Frage zum geeigneten Material schon näher. Die Stigmatisierung „Plastik ist schlecht“ löst nicht das Problem der Müllberge auf dem Land und auch nicht des Mülls im Meer. Die Lösung kann nur im verantwortungsvollen Umgang mit den Produkten liegen.

Bei der Verwendung und der Entsorgung ist jeder einzelne gefordert. Das ist für alle nicht so ganz einfach, aber mit gutem Willen kommen wir gut voran.